Freitag, 20. März 2015

Féscinating


Einen wunderschönen Frühlingsanfang an alle Blogleser,
wem der Winter in Deutschland zu kalt ist, der sollte es mal mit Marokko versuchen. Zumindest würden Lena und ich das empfehlen. Aber los geht's erst einmal mit Andalusien.

Málaga ist ganz schmuck mit Stierkampfarena und so fort...

... aber eine Rollertour ins Hinterland von Marbella aus, kann ich mehr empfehlen. Auf der Honda nach Ronda lautet das Motto.

Frühstückspause mit Blick auf Monda. (Und in Wirklichkeit war es eine Yamaha, Motto hin oder her.)

Der Fels von Gibraltar ist auch nicht allzuweit weg. Neben einem coolen Ausblick gibt's dort auch Affen. Der Legende nach endet die britische Herrschaft über Gibraltar, sobald die Affen verschwinden. Churchill, gerissen wie er war, hat einfach neue aussetzen lassen.
Tarifa und Tangier sind die beiden Hafenstädte via die wir nach Marokko übergesetzt sind. Lange gehalten hat es uns im wenig anziehenden Tangier allerdings nicht. Chefchouen hat viel mehr Charme.

Und es biete sich für kleinere Wandertouren an.

Die "Touristenhunde" laufen einem einfach solange hinterher, bis sie was zu essen bekommen. Wenn es sein muss auch stundenlang. Man muss sie einfach ins Herz schließen, diese Schlawiener.

Das marokkansiche Großstadtflair begann dann in der Medina (Altstadt) von Fés. Auf den Märkten bekommt man von Kamelen...

...über Schnecken...

...und Textilien so ziemlich alles was man sich auf einem arabischen Basar vorstellen kann.
Fés ist vor allem deswegen so "féscinating", weil die Altstadt ein waschechtes Labyrinth ist. Sie besteht aus 9000 (in Worten neuntausend) kleinen Gässchen von denen alle klein und schmal sind und bei denen rechts und links die Hauswände vielstöckig, oft fensterlos in den Himmel ragen. (Die meisten Häuser brauchen auf die Straße keine Fenster, weil sie Innenhöfe haben.) Wir hatten uns trotz GPS nach fünf Minuten zum ersten Mal verlaufen. 

Irgendwo im Häuserdschungel gibt es Gerbereien, in denen Häute zur Weiterverarbeitung aufbereitet und gefärbt werden.
Die nächsten paar Tage bestanden aus einer Mietsautotour durch den mittleren Atlas mit ein paar Stopps hier und da.

Ein wenig Römerkultur gibt es immer im Mittelmeerraum - Volubilis.
Die Landschaft war auf jeden Fall sehenswert.
Spontan haben wir uns noch für einen Ausritt durch den Wald entschieden. Und verdammt nochmal, es lag tatsächlich Schnee. Irgendwie denkt man da nicht so arg dran, wenn man nach Afrika reist. 

Ein paar hundert Kilometer weiter in Merzouga im Sand zu liegen, ist als ob man sich in einen Windows-Hintergrund gephotoshopped hätte - perfekt um die erste Saharaluft  zu schnuppern. Es sollte mehr folgen.

Nochmal Merzouga, weil's so schön ist.

Fosilien gibt es da jede Menge. Über die da bin ich zufällig gestolpert als ich kurz aus dem Auto raus bin um einen Foto von der Landschaft zu machen. Aber eigentlich ist alles voll davon. Man muss noch nicht mal suchen.

Die Dadesschlucht (Gorge de Dades) lag auch noch auf dem Weg.

Autofahren in Marokko ist im großen und ganzen ziemlich angenehm. Erst wenn man in eine Stadt reinfährt, erinnert es etwas an Star Wars mit einem Auto. Das größte Problem hatten wir mal beim Ausparken. Warum die Geschichte unglaublich ironisch ist und ein Zaun abgebaut werden musste (siehe Bild), erzähl ich mal, wenn ich drauf angesprochen werde.

Die Kasbahs sind definitiv ein Blickfang.

Zum zweiten Mal Saharaluft.

Eine Wüstentour lohnt auf jeden Fall. Wir sind zweieinhalb Stunden zu unserem Camp an den Sanddünen gefahren.Dabei bekommt man einen ganz guten Eindruck davon, was es es heißt mitten im Nirgendwo zu sein. Soweit das Auge reicht, gibt es einfach fast nichts. Und fahren kann man wo man will. 

Die obligatorische Dromedartour.

Im Camp gab's zwei Snowboards. Das funktioniert einwandfrei. Nur nach fünfzehn Sekunden Fahrt ist der Spaß vorbei und man muss sich und das Board wieder die Düne rauf schleppen.

Die wilden Tiere - ja, es gibt wilde Esel - warten oft an einem der Brunnen, weil sie wissen, dass vorbei fahrende Geländewagen oft halten und der Fahrer ihnen Wasser gibt.

In Marrakesch sind vor allem wieder die Märkte einen Blick wert. In dieser "Apotheke" gab es von lebendigen Skopionen über Schlangenhäute, Blutegel und meinen zwei Chamäleonfreunden alles was das Herz des schwarzen Magiers begehrt.

Außerdem ist Marrakesch ein gutes Sprungbrett für den Hohen Atlas. Eine Tagestour zum höchsten Berg Nordafrikas Toubkal ist praktisch Pflichtprogramm.
Dann noch drei Tage Surfurlaub am Strand in Taghazout und Deutschland hat mich wieder. So schnell gehen 24 Tage rum.
Cheers.

Montag, 10. November 2014

"In 2 h haben wir das durchgeplant." "Alpensee wäre cool, vielleicht mal auf 2.5 hoch und kein Klettersteig..."

Weil natürlich fast jede Alpenhütte am 12. Oktober zu macht und wir erst am 14. aufgebrochen sind, hat die Planung deutlich länger als 2 Stunden gedauert. Ein Alpensee lag natürlich auch nicht auf der Route, die höchste Spitze waren 2173 Meter, aber dafür hatten wir viel Spaß am Kragseln auf dem Friedberger Klettersteig.

1. Tag: Aufstieg zum Aggenstein:


Auf "Los" gehts los. Das Auto stand am Routenenden, deswegen sind wir zum Anfang mehr oder weniger getrampt. Déjà-vu.

Kurz bevor wir den ersten Gipfel erreichen, wird's zum ersten Mal ein bisschen steiler.


2. Tag: vom Aggenstein über das Füchsner Jöchle hoch auf die Läuferspitze dann auf den Schartschrofen und über den Friedberger Klettersteig zur Roten Flüh. Anschließend gings auf den Gimpel und dann ziemlich erschöpft in die Heia.

Am 2. Tag wurde es dann zum 1. Mal richtig steil. Das war die erste Mutprobe. Die Klettersteigausrüstung hatten wir eigentlich nur für den Fall der Fälle dabei. Der Fall trat ein.

Man kann auch mal vom Weg abkommen...

Die letzten Meter des Friedberger Klettersteigs. Der war letztendlich eher harmlos aber sehr spaßig.

Über die Aussicht kann man sich nicht beschweren.

Michi am Klettern.

Auf dem Weg zur Gimpelspitze gab's keine Sicherung und ich muss zugeben vor dem Abstieg hatte ich etwas Bamel. Wir haben versucht die Stadien der Verzweiflung mit der Panoramafunktion festzuhalten.


3. Tag: Abstieg und kurzer Abstecher zum Schloss Neuschwanstein.

3 Mal dürft ihre raten, ob es da viele asiatische Touristen gab...

Michi ist sichtlich begeistert vom Rumblödeln vor der Kamera.

Cheers,
Fabi

Sonntag, 5. Oktober 2014

"In Holland kann man schon mal flache Witze machen."

Flo und Daniel sind sich endlich einig: Studiert wird im Ausland... oder zumindest wie in Daniels Fall in Salzburg bei den Bergdeutschen. Flo probiert das andere Extrem, bei dem man Freitags schon sieht, wer am Sonntag zum Kaffee kommt. Und dort im flachsten Delft haben Daniel und ich ihn besucht.

Der erste Tag bestand aus einem kleinen Stadtbummel durch Rotterdam inklusive Hafenrundfahrt, übrigens durch den größten Hafen Europas.

Der Kubushauskomplex in Rotterdam

Falls die Aussage auch andersherum gilt, wird Daniel bald in die Forbes-Liste aufgenommen.

Die Erasmusbrücke

Abends ging's dann weiter nach Delft.

Die Chaostruppe mal wieder vereint

Tag 2 stand im Zeichen von Delft, d.h. ein kleiner Stadtbummel und viel Skat in der Cafeteria an Flos neuem Institut.

Daniels Meinung zu Flos Uni

Olé!
Die Nacht haben wir dann aber in Amsterdam verbracht, um mit 2 Freundinnen von Daniel, die er auf seiner Südostasienreise kennen gelernt hat,  noch einen zu Heben.

Dachgeschosswohnzimmer am Leitseplein in Amsterdam mit Milou und Kim.

Am nächsten Morgen gab es dann ein wenig obligatorisches Sightseeing in Amsterdam und dann hieß es wieder Abfahrt nach Delft.

Intelligente Fotos machen könnte ja jeder


Falls man z.B. verkatert von Amsterdam zurück nach Delft fährt, muss man auf jeden Fall "durch Leiden". Wie gesagt, in Holland kann man schon mal flache Witze machen.

Verspätetes Mittagessen, LEGO-Film schauen, Abfahrt nach Hause.

N' Gut'n.


Cheers,
eure Chaostruppe

Sonntag, 14. September 2014

Bo(c)k auf ein neues Reisegenre: Radreise

Ahoi Kameraden!

Bok, Bog oder Zdravo heißt es, wenn Kroaten sich in ihrer Landessprache begrüßen. Wir wurden angesichts der deutschen Touristenmassen von unserem Reisebegleiter zwar mit einem freundlichen 'Hallo', statt dem kroatischen 'Bok', willkommen geheißen, dennoch wäre die Antwort darauf 'wohl etwas indifferent ausgefallen: Bock auf eine Radreise? - hört sich spannend an, aber ist es das auch?

Die ganze Geschichte beginnt eigentlich schon früher. Mein Vater, Siegfried, und mein Onkel, Norbert, unternehmen mittlerweile schon im dritten Jahr eine Radreise gemeinsam. Hießen die davorigen Ziele Mallorca und Italien, so sollte es dieses Mal etwas anderes werden. Als ich und mein Cousin Phillip  Interesse bekundeten, fiel die Wahl schließlich auf Kroatien. Die Rahmenbedingungen: Eine Woche Radfahren auf den Inseln rund um die Region Rijeka, Inselhopping und Übernachtung auf dem Schiff, Tagesstrecken von 25-50 km.

Das liest sich doch ganz gut, dachten wir: Schön gemütlich auf der sonnigen Seiten Europas entlang am Meer mit dem Fahrrad bummeln und die Aussicht genießen. Da wird sich doch wohl keiner kaputt radeln - zumal das Klientel sich erfahrungsgemäß im eher gemäßigten Alter befindet und man sich ja im Urlaub und nicht im Training für den nächsten Triathlon befindet. Wenn ich jetzt sagen würde weit gefehlt, dann wäre das weit verfehlt. Doch eine Cappuccino-Tour war es allemal nicht, denn das hügelige Landschaftsprofil ist mit den mitunter 20%-igen Anstiegen nicht zu unterschätzen - Zitat Reiseleiter: "Wir haben ein paar Schnapsberge: Kurz, aber hochprozentig". Schön ist es dann v.a.wenn man sich beim Anstieg über 6 km müht, schwitzt, rackert und laut keuchend die Zunge heraushängt, während man zunächst ein fernes, leises, aber stetiges Summen vermerkt, dass immer lauter wird. Sssssss. Und der Teilnehmer mit dem Elektrorad ist vorbei. Und lächelt einen dabei an. Geil.

Aber eben weil es keine reine Bierverköstigungstour war und man abends ein wenig seine Beine gespürt hat, war es eben auch so toll. Oben auf dem Hügel angekommen, konnte man die schöne Aussicht genießen, bei der Bergabfahrt in die Dörfer und Städte sich auf die kleinen Gassen mit den vielen Restaurants freuen und den Tag bei Bier und Sonnenuntergang zum Schaukeln des Boots ausklingen lassen. Das wir zudem noch meisterhaft am Schiff verköstigt wurden, sowie auf eine herausragende Crew und eine tolle Reisegruppe gestoßen sind, machte es noch besser.

Dennoch: Was hier ein wenig gefehlt hat, war die Freiheit, die man sonst beim Backpacking erlebt. Aber Fahrradfahren und Freiheit schließt sich nicht aus - ganz im Gegenteil. Mit Auto / Bahn könnte man locker in viele verschiedene Gebiete reisen, um diese dann mit dem Fahrrad zu erkunden - denn dadurch ergibt sich ein ganz anderes Gefühl für die Region. Nur das Trampen fällt ein wenig flach. Aber wer weiß, vielleicht klappt das mit Fahrrädern auf Autoanhängern - was meinst du, Flo? ;)





Typisches Dorf in der Region



Ort, der die...

...schmalste Gasse der Welt beinhaltet (laut Guinessbuch)



Traumhafter Blick über das Meer...

..dort reicht es schon mal für ein Gruppenfoto



Kroatien ist "steinreich" (Reiseleiter)


Unser Schiff


Und auch unsere Räder


Wer sich von der Gruppe loseist, muss sich dann eben selbst um die Route kümmern ;)


Ein Hauch von Neuseeland


Fazit: Daumen hoch!


In diesem Sinne,

Adio oder ... Bok!