Mittwoch, 22. Mai 2019

¡Viva la revolucion!

Hola muchachos,

Ja, ich weiß es ist jetzt schon eine Ewigkeit her - um genauer zu sein fast sieben Wochen -, aber jetzt, ja, jetzt habe ich es auch endlich geschafft. Hier also kommt der Reisebericht über Kuba.

Viva la revolucion! Denn eigentlich wollten wir nach Jamaica. Als wir dann festgestellt haben, dass es nicht so viel Sinn macht, zwei Wochen durch Jamaika zu gehen, also Sinn schon, aber es ist leicht gefährlich, haben wir überlegt: "Was gibt's denn sonst noch, evtl. in der Nähe, das auch warm und fern ist? Und die Antwort war Kuba. Mit einem leichten sehnsüchtigen Gefühl, das uns an unsere leicht Punk-angehauchte Jugend erinnerte, haben wir also den Flug gebucht.

Kuba klang nach einem tollen Versprechen nach Andersartigkeit, Karibik und vielleicht sogar ein bisschen exotisch. Als wir Freunden erzählt haben, dass wir nach Kuba reisen, haben jedoch doch einige gesagt: "Ah ja, da kennen wir jemanden, der schon da war! War ganz okay!" - Soviel zum Thema exotisch.

Unser Fazit: Ja, es war ganz okay. Es war sogar ganz spannend, denn wir haben tolle Leute kennengelernt, ein interessantes Wirtschaftssystem, mussten uns spanisch-tanzend durchschlagen, haben wundervolle Orte tolle Landschaften erlebt... und natürlich etwas Kultur in Form von Zigarren, Mojito auf die Cuba Libre Art genossen. Was wir jedoch auch gespürt haben, ist wie sich so ein sozialistisches System konkret auf Land und Leute auswirkt: Die Straßen waren marode, die Autobahnen leer - höchstens gefüllt von Pferdekutschen, wenigen Autos, Motorrädern und natürlich Fußgängern -, die Häuser verfallen und vom Hurricane gebeutelt - selbst in der Altstadt Havannas. Einige Weggefährten haben auch etwas aus dem kubanischen Nähkästchen geplaudert, denn in Kuba ist zwar Bildung, Gesundheit und Essen umsonst - in Wahrheit jedoch reichen die Essensmarken nur für eine Woche, man bekommt nicht die Medikamente, die man wirklich braucht und das beste Bildungssystem bringt einem nichts, wenn man kaum berufliche Perspektiven hat. Zudem scheint es ähnliche Elemente, wie in anderen vergleichbaren Staaten, z.B. der ehemaligen DDR zu geben: Viel Propaganda und Spitzeltum. Beeindruckend war unter diesem Gesichtspunkt trotzdem die Lebensfreude Kubas und die der Leute, die es kreativ auf verschiedensten Art immer wieder schaffen ihren Weg durch den kubanischen Alltag zu Bahnen.

Wir sind der Meinung: Die Reise war es auf jeden Fall wert .. aber wir können auch behaupten, dass wir Kuba zu genüge gesehen und verstanden haben. In Zukunft ist absehbar, dass sich das System an der ein oder anderen Stelle noch etwas mehr öffnen wird.  Mit ziemlicher Sicherheit wird Kuba noch touristischer aufgeschlossen werden, sodass man in ein paar Jahren bestimmt nur mit Englisch recht weit kommt. Daran werden auch die schon derzeit vorliegenden hohen Preise (die Touristenwährung CUC entspricht im Umtauschwert gleich dem US Dollar) und das Essen, das zur kulinarischen Weiterreise empfiehlt, auch nichts ändern.


Ich denke jetzt lasse ich einfach die Bilder für sich sprechen :)

PS.:  Ich habe sicherheitshalber alle Bilder unserer hervorragenden Hosts rausgelassen. Nur eins: Super gastfreundlich, super bemüht und wenn man kein Spanisch kann, gibt es halt einen 45minütigen Frontalvortrag :D

Die Ankunft verspricht schon einmal Heroisches.

Unterkunft zwischen Alt- und Neustadt: Hier sieht man ganz gut die verfallenen Gebäude #nomoneynosweethomealabama

Kubanisches Frühstück (nach tausend Früchten, Omelette und Milchshake)

Das Standardbild in der Ausführung "Under Construction" 
Platz der Revolution. Preisfrage: Wer ist der rechte Revolutionär?




Wir lachen immer noch drüber :D

Truthangeier in den Wäldern Kubas - sieh'schs?

Leicht überhypter Farmer mitten in den Wäldern, dem wir auf unserer Wanderung mit unserem Guide einen Besuch abgestattet haben - inmitten einer Wanderung haben wir das elektrolytische Wunder namens Kokosnuss so richtig gespürt

Selbstverständlich auch neue Freunde gefunden :)

Las Terrazas: Ökodorf, das entstand weil eine Traube von Menschen es nicht eingesehen hat, dass der Wald abgeholzt wird. Die Story ist aber beeindruckender als das Dorf. Immerhin sind die Wälder außenrum super.


Sweet View

Auf Pferden unterwegs

obligatorisch - an alle mitlesenden Nachrichtendienste: Ich plane keine Revolution.

"Kuba gehört uns" (sinngemäß) - war eine Propagandaaktion von Castro, um die Revolution nachhaltig in "jedens Viertel" zu bringen 

Obligatorisch 2 
2 Stunden, keine Federung, Schlaglöcher mit bis zu 50cm Tiefe - Hallelujah. Danach am Strand und wieder 2h zurück #TeildesDeals



Sweet Pic 2

Propaganda

Sozialismus par excellence. Hier wird noch gscheit repariert, den die Karren müssen noch halten. Einmal wurden wir mit einem Taxi zu einem Ausflug abgeholt. Ist nicht angesprungen, aber sofort kam einer zu Hilfe, der Werkzeug hatte. Das Ergebnis: Verkabelung des Zündschlosses war hinüber, wurde schnell umgesteckt, Zündschloss hing draußen, weiter gings.


Schweinebucht 
Schweinebucht 2.  Die Ecke hat nun einige schöne Strände. Ein kleines "Gschmäckle" bleibt aber, aufgrund der Vorgeschichte. Und vielleicht weil vor dem Strand ein fettes Kriegsmuseum mit davorstehenden Panzern und Fliegern steht.



Host, der im Garten drei Alligatoren, viele Schildkröten, Baumratten und Hasen hat. #Kannmansomachen

Dogs, dogs everywhere.

Adios amigos.


Sonntag, 24. März 2019

"Ein beklemmendes Gefühl"


Was im April 1986 in Tschernobyl passiert ist weiß wohl jeder, dass man die Sperrzone tatsächlich besuchen kann war deshalb überraschend und verlockend. Den Ort des vielleicht katastrophalsten Unfalls in der Geschichte der Menschheit wollten wir uns genauer ansehen. Trotz konstant piepsender Geigerzähler war die akkumulierte Strahlenbelastung mit 0,003 mSv relativ gering. Das entspricht ungefähr einer Strahlenbelastung eines gewöhnlichen Linienflugs.

Was bleibt? Ein beklemmendes Gefühl über das Leid, das durch das Unglück ausgelöst wurde. Die Risiken der Atomkraft, die Sowjetunion musste mit Prypiat eine ihrer Modellstädte und Landstriche größer als das Saarland aufgeben, sind eigentlich viel zu hoch. Trotzdem war es faszinierend, wie sich die Natur weite Teile des Gebietes zurück erobert hat.

Die wirklich gefährliche erhöhte Strahlenbelastung befindet sich, oft abseits der Wege, in so genannte Hot Spots.

Ein verlassener Kindergarten, sehr creepy

Geigerzähler vor dem ehemaligen Kino der Geisterstadt Pryiat, in den meisten Fällen war die Strahlung jedoch geringer als in diesem Foto und nur leicht höher was in Kiew


Der Reaktor mit der gerade fertig gestellten zweiten Schutzhülle

Duga Überhorizontradar in der Sperrzone. Eine wahnsinnige Anlage und Teil des sowjetischen Raketenabwehrsystems, die nach dem Unglück aufgegeben werden musste.

Zurück in Kiew waren wir lecker ukrainisch und preiswert essen (unten eine Auswahl), am Samstag waren wir sogar in einem krimtatarischen Restaurant. Kiew ist eine sehr interessante Stadt, mit abwechslungsreicher Architektur, unterirdischen Malls und gutem Nachtleben.

Wareniki

Borschtsch


Höhlenkloster

Maidan samt Wahlkampfveranstaltung

Sophienkathedrale



Sonntag, 17. März 2019

El Comeback

Hola amigos,

tengemos un video nuevo por vosotros.

¡Disfrutar!



PS.: Fabi, kommt dir das Spanisch vor?


Montag, 17. September 2018

Doch noch Sonne auf der Hinterhand

Vorbereitet auf 5 Tage Regen hatten mein Bruder Jakob, Sören und Tobias (auch ein Blog) vor den Dag Hammarskjöldsleden auf Teilen des Kungsleden von Abisko nach Nikkaluokta zu laufen. Trotz der schlechten Wettervorhersage trafen wir uns nach teilweise sehr langer Anreise letzten Sonntag in Kiruna um uns danach für einige Tage in den schwedischen Fjäll zu verabschieden. Doch das Blatt wendete sich schneller als wir Kontra sagen konnten und das Wetter wurde fantastisch mit sonnigen 5°C... Morgens Porridge und Kaffee, tagsüber wandern über Stock, Stein und Holzbretter in unbeschreiblichen Landschaften (überzeugt euch unten selbst von den Herbstfarben), abends Skat, leckeren Couscous und Sauna mit anschließender Abkühlung in eiskalten Bergbächen - Grandios! Nur die Aurora Borealis waren etwas unspektakulär vor allem wenn es gleichzeitig noch so kalt ist.
Aber okay... Bekanntlich kackt die Ente hinten, also gab es zum Abschluss noch zwei Elche und dann richtig krasse Nordlichter über Nikkaluokta.

Ich freue mich nach einer über zweitägigen Heimreise nach Utrecht erstmal auf eine Dusche und vor allem auf frische Klamotten und ihr könnt euch auf die Bilder freuen:




Farbe bekennen





Ein Kreuz hat jeder

Leider erst als es fast vorbei war die Fotos hinbekommen

Mittwoch, 14. März 2018

Breathtaking views

Siehe da, mein Gepäck war tatsächlich im B&B in Nairobi und ich konnte mich also endlich umziehen. Dann stand Mt Kenia also nichts mehr im Weg oder? Falsch gedacht, ich lag mit Fieber im Bett... aber war ja gebucht, also kurz zur Apotheke und los. Hier wäre Teil 1 falls diese Absatz wenig Sinn gemacht hat.

Das Profil des zweithöchsten Bergs Afrikas auf de Chogoria Route bis kurz vor Schluss einem relativ einfachen Spaziergang in bergigem Gelände. Die Höhe, das Wetter (Äquatorsonne bis Schneesturm binnen weniger Stunden) und das wir beide nicht ganz fit waren machte es dann doch nicht so ganz einfach. Dabei hatten wir einen Guide, Koch und Träger die sogar (zu unserer Überraschung) unsere Rucksäcke getragen haben. Das Essen auf dem Berg war hervorragend, das Wetter beschissen, die Grippe verbesserte sich langsam, aber die Luft wurde stetig dünner.

Erstes Camp, da ging es mir noch ziemlich bescheiden
Das Wetter erinnerte auch eher an den Februar in den Niederlanden..

...spektakulär war es trotzdem!


Kalte Nächte, wir waren echt froh im Schlafsack zu sein

Aliens in unwirklicher Umgebung

Mondlandschaft

die "Aussicht" genießen

Zusammen mit dem Guide ging es am dritten Morgen um 2 Uhr los auf den Gipfel (4985M). Es war kalt, neblig, es hat geschneit und die Luft war dünn. Gemeinsam mit der Erkältung konnte ich fast nicht atmen und man läuft echt extrem langsam weil jeder Schritt irgendwie schwierig ist.
Die höchste Via Ferrata der Welt

Zum Sonnenaufgang konnten wir tatsächlich etwas sehen

Blick zurück nach dem Frühstück (Gipfel im... Nebel)

Ein Hyrax, ein entfernter Verwandter de Elefanten wie man deutlich sieht

einmal über den Äquator springen

Unser Team: Organisator, ich, Porter 1, Simon, Koch, Porter 2, Guide (vlnr)

Danach ging es mit dem neuen aber immer noch langsamen und ungemütlichen Zug von Nairobi nach Mombasa bis an den Strand ins malerische Diani Beach wo wir nichts tun neu definiert haben.

Nairobi, wir wissen auch nicht genau was das war

Symbolbild
Hakuna Matata