Donnerstag, 12. September 2013

Nǐmenhǎo - Willkommen neue Welt!

Meine Damen, meine Herren,

man glaubt es kaum, aber ich habe es auch endlich geschafft nach zwei Wochen - schon?!! - einen Blogeintrag zu verfassen.

Wie ist das nun, erstes Mal Asien, erste fette Stadt in dieser Dimension? Ungefähr so:



Ähnlich viele Einwohner wie Österreich, Hochhäuser wohin das Auge reicht (nur die ganz Reichen haben ein "normales" Einfamilienhaus)  und insgesamt überall Menschen & Chaos. Überragend. Aber schwierig am Anfang.

Der Campus, der für mich wichtig ist, ist ca. halb so groß wie Salzburg (!!) - mit den ganzen Sportanlagen, Park und Wohnheimen fast dreimal so groß (Fotoblog dazu folgt!). Englisch ist zwar offizielle Sprache, aber versuch das mal einem Busfahrer zu verklickern - keine Chance. Prinzipiell merkt man aber schon den stark westlichen Einfluss, überall gibt's McDonalds, Starbucks (zwei auf dem Campus) etc. In meinem Wohnheim (Hall)  leben ganz viele Locals aus Hong Kong, was anfangs schwierig war, da diese sehr verschlossen, vielleicht sogar distanziert, waren. Das wiederum lag an der Orientierungswoche für die Neuankömmlinge und den komisch wirkenden Ritualen, die es in jeder Hall (und jedem einzelnen Stockwerk) hier gibt.

Salutieren als Teil der Orientierungswoche
mitsamt lautstarken Gesängen, hartem Training & wenig Schlaf
- hatte was von militärischer Gehirnwäsche
Nach dieser Woche jedoch waren diese sehr offen für Gespräche, initiieren aber selbst niemals eines. Jedoch ist das Interesse und die Freude immens, wenn man sie nach ihren Namen fragt und sich mit ihnen unterhält. Doch kulturelle Unterschiede wurden gestern Abend insbesondere in der Unterhaltung mit Ada deutlich: Sie stammt zwar aus Hong Kong, hat aber ihr Grundstudium in Peking absolviert, danach drei Jahre in Tokyo gelebt und jetzt hier ihr Jurastudium abschließt. Ihr Ziel: Auswandern nach Brasilien. Wtf? Das ist deswegen außergewöhnlich, weil - nicht nur in Hong Kong, sondern generell in China - das Mantra gilt: Studium, danach arbeiten - also eingliedern in die Gesellschaft und einen Beitrag leisten. 

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EXIT
Wer jetzt noch nicht eingeschlafen ist, für den habe ich noch zwei kleine Geschichten, die mir Ada erzählt hat - ansonsten gleich zu den Bildern springen.
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Geschichte 1:

Warum willst du weg? - "Ich will reisen, woanders arbeiten und nicht hier eine winzige Wohnung kaufen, für die ich mein Leben lang jeden Cent investiere muss nur um hier zu leben."

Für mich / uns aus dem Westen völlig verständlich, aber in Anbetracht des kollektivistischen Kulturverständnisses, bei dem das Wohl der Gemeinschaft über dem Eigenen steht, welches in Asien sehr verbreitet ist, eine heftige Aussage.

Wie bist du darauf gekommen? - "Naja, mein Auslandssemester und in die drei Jahre in Japan haben mir gezeigt, dass ich da Bock darauf habe. Deswegen gelte ich auch als Außenseiter hier."

Vergleicht mal unsere Einstellung dazu: Reisen? - Coole Sache. Sein eigenes Ding durchziehe? Überragend. 
Hier dagegen: Gliedere dich ein.


Geschichte 2:

Während dieser drei Jahre in Tokyo hat sie auch die Katastrophe von Fukushima miterlebt, denn auch in Tokyo herrschte damals nach dem Erdbeeben und dem Tsunami Ausnahmezustand. Sie sagte, dass es wirklich schrecklich war, weil die Stadt tot war - es ging nichts mehr. Supermärkte leer gekauft, Verkehrssystem zusammengebrochen - es war einfach ein Durcheinander. Genau hier wurden die Unterschiede zwischen westlichen & östlichen Kulturen deutlich. Trotz der Tatsache, dass es unmittelbar nach der Katastrophe keine Arbeit gab, fuhren die Menschen weiterhin zum Arbeitsplatz. Was sie dort machten? Sie starrten auf ihren Computer und machten rein gar nichts - außer sich zu sorgen. Jedoch war es für sie unmöglich bzw. in erster Linie undenkbar aus dieser Routine auszubrechen. Wie ich soll nicht in die Arbeit? Ich weiß, dass sie keine Aufgaben für mich im Moment haben, aber ich muss ja hin, es ist meine Aufgabe. Wahnsinn.
Auch die Firmenleitung sagte nichts in dieser Richtung, dass sie zu Hause bleiben können um sich um ihre Angelegenheiten zu kümmern. Es wurde einfach nicht hinterfragt, weil es völlig undenkbar ist, etwas zu tun, was den Regeln des Kollektivs widerspricht. Witzigerweise wusste keiner wie und ob sie zur Arbeit und wieder zurückkommen sollten, trotzdem bemühten sich alle hinzukommen. Ada berichtet, dass sie für den Heimweg 5h zu Fuß gebraucht habe. Fünf Stunden! So schnappte sie sich irgendwann noch weitere nicht-japanische Mitarbeiter und ging zum CEO um zu erfragen, ob sie nach Hause reisen konnten, da sie hier sowieso deplatziert seien. Nach langem hin und her willigte dieser ein. Doch die Reaktion von ihren Kollegen, aber auch ihren Freunden dort, waren äußerst interessant, denn alle waren schwerst enttäuscht von ihr. Nach dem Motto: Wie kannst du nur gehen? So saßen sie weiter unbeschäftigt ihre Zeit in der Firma ab. Ada ist eben anders. Sehr lieb, mega interessant, aber weniger angepasst wie üblich.

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so hochhauslastig ist GANZ Hong Kong
rechts meine Hall

spartanisch, aber ausreichend - inzwischen auch etwas eingerichtet

mein Zimmer

Die Aussicht aber überragend!
Tsingtao
- China's no.1 beer von Deutschen in China gegründet, später aufgekauft von der Regierung -

1.Bier

Hong Kong Central

hier befindet sich die berühmte Skyline



"Lieber Baum, wir wollen hier einen Wolkenkratzer bauen, weil wir dich
so gern haben, holzen wir dich nicht ab, sondern integrieren dich"

überragend diese Bäume

zwischen Wildnis & Wolkenkratzern

Blick vom riesigen Hong Konger Park

immernoch im Park

älteste Moschee in Hong Kong

Central

kleine lokale Läden gibt's natürlich auch ;)

Wenn's regnet, dann richtig!

Flucht vor dem Regen in einem Laden
8 Westler - Gott, haben die uns in diesem lokalen Restaurant angeschaut
Was wir gegessen habe? - Keine Ahnung, aber geil!

boah, diese Räucherstäbchen
 (kegelförmig verlaufend an der Decke hängend)

berühmter buddhistischer Tempel

Wünsch dir was!


So, das war's in Kürze.

Wer sonstige Fragen zu Studium, Austauschstudenten, Feierei etc. hat, sagt Bescheid - skypen und/oder Facebook läuft!

Zàijiàn!
(Tschüssi!)




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