Sonntag, 14. November 2010

"Don't yell at me!"

Wir sind jetzt schon zwei Wochen in Gisborne. Das ist eine ganz schoen lange Zeit fuer Backpacker und langsam aber sicher wollen wir weiter. Nach und nach ist hier schon etwas Routine eingekehrt: Wir kennen die Leute im Hostel, die Stadt, die ein oder andere Bar, den Strand und zwei Kiwiplantagen. Kurzum, fuer Rucksackreisende sind wir schon zu lange hier. Die Ereignisdichte ist nicht mehr so hoch wie in den ersten Tagen in Neuseeland, nichtsdestotrotz passierte in den letzten zwei Wochen doch so einiges. Hier ein kurzer Abriss:

Der eigentliche Grund fuer unseren laengeren Aufenthalt war unser Job - achja, und natuerlich Esther ;-). Der Versuch unsere Reisekasse aufzubessern hat nicht so gut geklappt, wie wir uns erhofft haben, aber ein klein wenig im Plus sind wir letztendlich schon raus gekommen. Unser Contractor, den wir den SchINDER getauft haben, hat uns ganz schoen Nerven gekostet. Nur zum Verstaendnis, ein Contractor schnappt sich Backpacker als Arbeitskraefte und laesst sie auf den Plantagen in der Umgebung arbeiten. Unser Contractor - der SchINDER - ist im Lexikon gleich neben dem Wort "unfaehig" zu finden:

Der SchINDER kommt aus SchINDIEN und spricht sehr unverstaendliches Englisch. Er hat ein behINDERtes Verstaendnis von Raum und Zeit und ist prinzipiell zu einer Zeit, die nicht abgemacht war an einem Ort, den keiner kennt. Wer seinen Arbeitgeber hasst, hat noch nicht versucht, mit dem SchINDER zu reden. Falls man ihn versucht zu erreichen, ist sein INDERnet ueberlastet und die Kritzeleien auf seinem Blog, die unsere Arbeitsleistung darstellen sollen, sind unleserlich, indisch, israelisch, kyrillisch, altaegyptisch, falsch, chaotisch und auf keinen Fall dafuer gedacht, jemals wieder von irgendeiner Menschenseele verstanden zu werden.

(Der SchINDER wurde auf jeden Fall zu einem absoluten Running Gag. Schon vom ersten Tag an haben wir uns tierisch ueber ihn lustig gemacht und seine indische Aussprache verballhornt sowie tausend schlechte Wortwitze gerissen.

Flo: Wo ist eigentlich der SchINDER?
Felix mit indischem Akzent: HINDER dir.
Alle lachen, SchINDER  guckt dumm.)

An unserem letzten Arbeitstag (gestern), an dem es um unser Geld ging, bin ich zwischendurch richtig laut und ungemuetlich geworden. Er hat dann wohl ein bisschen Angst vor Felix und mir bekommen, "Don't yell at me.", und seine Geheimtexte nochmal ueberdacht.

Natuerlich betruegt der geistig mINDERbemittelte SchINDER seine Backpacker um ein paar Dollar, aber dieser Hampelmann hat gestern einfach gar nichts auf die Reihe gebracht. Dahinter war noch nicht einmal eine boese Absicht, sondern IN DER Tat einfach Dummheit. Nach dem wir ihm mit etwas Nachdruck erklaert hatten, dass seine kryptographischen Gemaelde einfach falsch waren, sollte jetzt aber alles glatt laufen Was uns in diesem Zusammenhang uebrigens etwas verwundert hat, ist, dass wir scheinbar wirklich die Einzigen waren, die - typisch deutsch - ihren Lohn ausgerechnet haben. So ein paar Chilenen, die mit uns auf der Plantage gearbeitet haben, haben sich von ihrem Gehaltscheck einfach ueberraschen lassen. (Nur zur Erinnerung, wir wurden alle nach Leistung bezahlt.)

Wir haben uebrigens auf zwei verschiedenen Kiwiplantagen gearbeitet. Als wir die erste fertig hatten, sind wir auf die naechste gewechselt. Ein ganz schoenes Plaetzchen - wenn man nicht gerade Arbeiten muss -, das den Namen "Paradise" traegt. Paradise liegt auf einer Landzunge, die von einem Fluss umschlossen wird und eigentlich nur mit einer Seilbahn ueber den Fluss zu erreichen ist - auf jeden Fall ein schoener Arbeitsweg. Diese wunderschoene Seilbahn zu schrotten, war fuer uns ein Kinderspiel... Wir wollten heim, es war niemand da, und in einem nicht richtig verschlossenen Schuppen war die Steuerung, was soll ich sagen... Irgendjemand kam, hat sie wieder repariert und uns vom Paradies zurueck geholt, alles halb so wild. Und wenn die Technik mal streikt, dann natuerlich richtig. Unser Auto sprang naemlich auch nicht an. Wir hatten vergessen das Licht auszuschalten und die Batterie war leer. Unser Wayne faengt an zu piepsen, wenn man schneller als 105 km\h faehrt, aber wenn man das Licht anlaesst und aussteigt ist er mucksmaeuschenstill. Wie wir schnell heraus gefunden haben, klappt das bei Automatikautos nicht so richtig mit dem Anschieben. Aber der nette Herr, der wegen uns schon die Seilbahn wieder richten musste, hat uns auch noch ueberbrueckt :-) . Wenn wir schon gerade beim Thema Auto sind: Sicherheitshalber haben wir wegen der Fluessigkeit am Hinterrad noch bei einem Mechaniker vorbei geschaut. Wie angenommen war es nur ueberschuessiger Klebstoff von der Reparatur.


Akku leeeeeeer...
Unser Job war nicht wirklich ein Traumjob, aber besser als nichts. Zwischendurch haben wir versucht an etwas Besseres zu kommen, leider Fehlanzeige. Backpacker bekommen eben vorallem Plantagenarbeit.

Jobsuche im Internet in der Library
Die Zeit in Gisborne haben wir auch noch genutzt, um einige organisatorische Dinge zu Regeln. Daniel und ich haben jetzt ein Konto und eine Steuernummer. Fuer die Steuernummer haben wir auch zwei Anlaeufe gebraucht, aber alles in allem wuerde ich die Buerokratie in Neuseeland harmloser als die in Deutschland einschaetzen. Fuer alle Tanzbegeisterten: Waehrend wir in der Bank waren, lief im uebrigens David Guetta in der Empfangshalle.

David Guetta ist ganz nebenbei eine gute Ueberleitung zu dem, was wir sonst noch so gemacht haben. An einem Abend waren wir in einem Club. Im Verlgeich zu Neuseeland ist Deutschland etwas pruede. Als wir uns "das Treiben" auf der Tanzflaeche so angeschaut haben, dachten wir, wir waeren im falschen Film.
Auch an ein, zwei anderen Abenden haben wir ein Bisschen was getrunken und uns noch ein paar Mal mit Esther getroffen. Zwei Mal waren wir am Wainui Beach und auch mehrmals am Strand im Gisborne -  davon gabs zwei Mal abends ein Feuerwerk. Zu unseren Aktivitaeten tagsueber gehoerten unter anderem Schach spielen, auf der slag line balancieren - sau schwer! - Schnorcheln, die Umgebung erkunden und noch einiges mehr.

Wainui Beach

Tjahaaa...



auf der slag line
Mit Schnorcheln meine ich eigentlich meinen Versuch, mein Abendessen zu fangen. Ich habe von einem unserer spanischem Mitbewohner einen Neoprenanzug geliehen bekommen und bin mit Mat (noch ein Mitbewohner) und Felix raus ans Meer gefahren. Ich bin bei der Crayfish-Jagd leider leer ausgegangen, aber Mat hat mir einen von seinen abgegeben. Fuer ein ganzes Abendessen hat es leider nicht gereicht, aber super geschmeckt hat es trotzdem.


Vorbereitungen fuer die Jagd auf das Abendessen
Am Freitag, also gestern, brachte Esther Flo, Daniel und Lorenz auf einen Aussichtsplatz, von dem man ganz Gisborne samt schoener Umgebung sehen konnte. Waehrend Felix und ich fast den SchINDER getoetet haben, haben die vier ein paar schoene Fotos geschossen.



die Aussicht ueber die Bucht vor Gisborne
Achja, und unsere Kochkuenste werden auch immer besser... Wir hatten leicht angebranntes Brot :-P , Crayfish, super Kaiserschmarn, Kartoffelpuffer und und und - natuerlich alles low budget mit Zutaten der Marke Budget.

Hmmmmmm..., das war das erste. Mittlerweile werden unsere Brote richtig gut. Zu kaufen gibt es naemlich nur toastbrotaehnliche Pampe, die nicht satt macht.



ein Crayfish
viele Crayfishe

ein halber Crayfish
Morgen geht es weiter nach Napier und Hastings. Daniel und ich fahren mit dem Auto, Flo und Lorenz sind heute schon mal vorgetrampt.


Gaudi im Zimmer - Deutschlad steht ein harter Winter bevor :-P

Bis zum naechsten Mal,
eure Chaostruppe Fabi, Flo und Daniel

Mittwoch, 10. November 2010

Einmal East Cape und zurueck

Am Sonntag habe ich (Florian) mich kurzerhand dazu entschlossen zusammen mit Lorenz an das East Cape zu trampen und die Sklavenarbeit aufzugeben. Gegen abend, nach der Wiederholung des All Blacks-Spiel, ging es los. Nach 10 Minuten wurden wir bis kurz nach Wainui Beach mitgenommen. Dort kamen dann erstmal gar keine Autos mehr und wenn, dann sind sie vorbeigefahren. Wir wollten gerade aufgeben und unser Zelt aufschlagen, als Sheryl und Collin uns mitgenommen haben. Die beiden waren echt klasse und haben uns dann gleich noch eingeladen bei ihnen zu uebernachten. Die Farm und vor allem das Haus, in dem sie wohnten, war etwas herunter gekommen, ueberall stand Geruempel und es liefen einige Kakerlaken herum aber es war trotzdem total nett. Zum Abendessen gab es sogar Huehnchen - und wir dachten wir essen die naechsten Tage nur Reis und Nudeln.

Das chaotische Wohnzimmer

Morgens vorm Fruehstueck kam Collin dann ploetzlich mit einem totem Opossum samt Baby auf dem Arm herein. Aehm ja...
Zufaellig musste er dann auch noch in die selbe Richtung wie wir und hat uns noch einmal ein ganzes Stueck mitgenommen. Spaeter ging es dann zusammen mit zwei Hunden auf der Ladeflaeche eines Gelaendewagens und in einem LKW weiter bis nach Te Araroa. 


Lorenz mit Hund waehrend der Fahrt auf einem Gelaendewagen

Dort wurden wir zunaechst von einer Maorifrau ein Stueck mitgenommen, mussten dann aber noch ein ganzes Stueck bis zum Cape und dem dortigem Lighthouse zu Fuss gehen. Gar nicht mal so einfach mit dem Rucksack und gigantischem Gegenwind. 


Aber des einsame Sandstrand war wunderschoen.
Uebernachtet haben wir dann in einer einsamen Huette mit gigantischem Meerblick. Rundherum kein Mensch weit und breit - nur Kuehe, Pferde und Schafe. Nachts habe ich bitter gefroren, es war wohl ungefaehr so kalt wie bei euch tagsueber.

Am East Cape gibt es fast nichts, ausser...
 Am naechsten Morgen ging es wieder zurueck Richtung Te Araroa. Da wieder kein Auto kam mussten wir zu Fuss gehen. Doch ploetzlich stand ein furchteinfloessender Stier auf der falschen Seite des Zauns und hatte uns, als wir vorbei gehuscht sind, durchgehend schief angeguckt. Wenig spaeter wurden wir dann von einem schwedischem Paar bis nach Oputiki mitgenommen.

Kuehe haben Vorfahrt

In Opotiki (ja ich weiss gerade auch nicht wie man es schreibt) wollte uns dann zwei Stunden keiner mitnehmen und es begann schon zu daemmern. Bisher mussten wir, wenn Autos kamen, hoechstens zehn Minuten warten, aber man kann nicht immer Glueck haben. Also haben wir bei einem Bauer geklopft (Klingeln haben es noch nicht bis nach Neuseeland geschafft) und gefragt ob wir unser Zelt bei ihm auf der Weide aufbauen duerfen. Er war zwar etwas ueberrascht aber, no worries, natuerlich kein Problem.

Das Lager fuer die Nacht
Am naechsten Morgen sind wir dann bei einem Niederlaender mitgefahren, der deutlich besser Deutsch als Englisch konnte. Nach noch nicht einmal drei Stunden waren wir wieder in Gisborne. Hitchhiking ist schon eine coole Sache!

Gruss auch an Fabi und Daniel, die in Gisborne geblieben sind und die ganze Zeit nichts erlebt haben.

Samstag, 6. November 2010

Der SchINDER


Hallo KINDER. Ich bins, euer Fabi. Auf meiner Reise durch Neuseeland habe ich den SchINDER getroffen, den ich euch heute zeigen moechte. Das ist der SchINDER. Klingt komisch, ist aber so. Der SchINDER kommt normalerweise aus SchINDIEN, aber unser SchINDER ist INDERnational unterwegs. Er heisst Bungee und arbeitet im grossen Stil mit neuseelaendischen Bauern zusammen. Dafuer hat der SchINDER ein kleines Unternehmen aufgemacht, das er Bungee INDERprises nennt.


Dienstag, 2. November 2010

"Ein totes Opossum ist ein gutes Opossum"


So, wir sind in Gisborne angekommen. Das letzte Mal haben wir euch von Whakatane aus geschrieben. Eigentlich wollten wir in einem Rutsch von dort nach Gisborne durchfahren, aber in einem Nationalpark haben wir einen schnuckligen Zeltplatz direkt an einem schoenen Fluss gefunden. Die Kulisse war einfach super und wir koennen uns ja raussuchen, wo wir uebernachten wollen - ausserdem war's umsonst. (Man muss wissen, wir versuchen hier ziemlich low budget zu leben.) Es ist leider immer noch ein Bisschen kalt hier - aber wem sage ich das :-P.

Ein kleiner Eindruck von unserem letzten Schlafplatz

Die engen, einsamen, kurvenreichen und schoenen Strassen Neuseelands sind uebrigens mit toten Opossums gepflastert. Wie Felix, einer unserer neuen Freunde, die wir in Gisborne kennen gelernt haben, uns erklaert hat, haben Kiwis und Aussies nur eins gemeinsam: "Ein totes Opossum ist ein gutes Opossum." Wir zaehlten 32 tote Tiere zwischen Whakatane und Gisborne. Die Leute scheinen hier noch extra Gas zu geben, um irgendwas zu ueberfahren. Unser Auto wuerde bei so einer Aktion leider den Kuerzeren ziehen. Es laeuft im Uebrigen schon wieder irgendeine undefinierbare Fluessigkeit aus einer der hinteren Felgen. Wir hoffen, dass es nur ueberschuessiger Klebstoff von der Reparatur ist.

In Gisborne angekommen war unser erster Plan eigentlich einen Job zu finden. Er hat wohl aber eher uns gefunden. Wir waren keine fuenf Minuten in unserem Zimmer im Hostel, als wir schon einen hatten. So schnell kanns gehen.

Das Hostel ist auch so eine Sache fuer sich. Wir waren alle drei der Meinung, dass das Flying Nun ein Bisschen an Hogwarts erinnert. Es wuerde uns zumindest nicht wundern, wenn die Treppen sich anfangen wuerden zu bewegen. Hier ist rund um die Uhr was los. Die Dame am Empfang ist eine sehr komische Tante. Sie redet extrem laaaaaaaanngsaaaaaaaaam und wirkt einfach nur stoned.

Mit uns auf einem Zimmer sind Felix und Lorenz. Sie sind auch deutsch und schon etwas eingesessenere Backpacker. Mit ihnen zusammen arbeiten wir jetzt auf einer Kiwiplantage. Heute haben wir es geschafft, einen besseren Stundenlohn zu erreichen als bei unserem letzten Ferienjob bei der SEW. Bezahlt werden wir nach Leistung. Aber der Job ist aetzend und anstrengend. Das erste Gehalt gibt es am Ende der Woche... hoffentlich - soetwas wie einen Arbeitsvertrag scheint es hier fuer Backpacker naemlich nicht zu geben.(Zumindest nicht mit komischen Indern als Vertragspartner.)

Diesen Anblick hatten wir die letzten zwei Tage auf der Kiwiplantage.
Diese Triebe muessen wir zerdruecken. Squeezing nennt sich das...


...und bis man so eine Reihe durch hat, dauert es eine Weile.
Aber fuer unsere harte Arbeit haben wir schon unsere erste Belohnung erhalten. Esther hat uns einen Schokokuchen gebacken. Hmmmmmh. "Der ist so schoen fluffig." (Esther). Und er war es wirklich.

Unser erstes Treffen  mit Esther.

Fuer alle, die es nicht wissen, Esther macht hier in Gisborne Aupair. Sie kennt sich hier gut aus und hilft uns ein wenig dabei, uns zurecht zu finden. Zum ersten Mal getroffen haben wir sie am Abend unserer Ankunft. Es ist unglaublich wie viel wir uns zu erzaehlen hatten. Hier erlebt man einfach in drei Tagen
mehr als Zuhause in drei Jahren.

Bis demnaechst,
Eure Chaostruppe Fabi, Flo und Daniel

Samstag, 30. Oktober 2010

Wayne Wagon is back on the road!

Wir haben es getan. Wir haben das Auto tatsaechlich reparieren lassen und dafuer noch einmal den Kaufpreis bezahlt. Damit waren wir uebrigens immer noch billiger dran als mit allen anderen Autoangeboten. Auf der ersten Fahrt, auf einer Strasse vom Typ Schwarzwaldhochstrasse extreme (nur mit Meerblick), wurde die Muehle dann feierlich auf den Namen Wayne Wagon getauft. Sie ist alt, hat Beulen und klappert, aber sie faehrt.... also Wayne?!

Unser Wayne

Die letzten Tage in Thames vleriefen weitgehend ereignislos und gemuetlich in einem netten Backpackers (Jugendherberge fuer Backpacker) nahe der Kueste. Erwaehnenswert ist das schoene Wetter, und dass sich eine Kassiererin im Supermarkt 10 Minuten mit uns unterhielt, ohne dass sich einer der Wartenden hinter uns beschwert haette. Die Leute hier sind einfach entspannt. Unsere Kochkuenste waren nicht immer vom Feinsten: So gab es z.B. Apfelkuechlein, die super schmeckten, aber schrecklich aussahen (, wie auch andere Backpacker bemerkten, ) oder Ketchup, der sich in einer Tomatensossendose versteckt und perfekt getarnt hatte.

Wir beim Schlemmen in Thames

Am Dienstag Nachmittag, dem letzten Tag vor unserer Weiterreise, sind wir Wandern gegangen... und wie! Irgendwo zeigte ein Pfeil nach links mitten in den (Ur)wald hinein. Abenteuerlustig wie wir sind, sind wir ihm gefolgt. Bei 60 bis 70 Grad Steigung ging es mitten durchs Gestruepp, wobei eine kleine rosa Makierung alle 10 Meter der einzige Hinweis war, dass hier jemals eine Meneschenseele vor uns war. Nach einer dreiviertel Stunde mussten wir die Dschungelexpedition abbrechen und umkehren, da kein Ende in Sicht war und die Daemmerung herein brach. Wir sind uns einig, es hat riesen Spass gemacht.

Das ist tatsaechlich ein Weg!

Als es am Mittwoch weiter ging, jagte uns Wayne Wagon erstmal einen ordentlichen Schreck ein. Es roch ploetzlich verbrannt (, wie bei seinem ersten Totalausfall). Es schien jedoch nur heisser Dreck auf der Felge zu sein. Er faehrt jedenfalls noch...

Die Nacht verbrachten wir wildcampend am Strassenrand bei 6 Grad in Schlafsaecken, die ihre Comfortzone bei 16 Grad haben. (Wir hatten trotzdem unseren Spass.)
Am naechsten Morgen sind wir zum Hot Water Beach und haben ein super Fruehstueck genossen. Das "Hot" kann man uebrigens woerdlich nehmen. Man kann hier bei Ebbe nach heissen Quellen graben. Unser Pool war so heiss, dass man Spaghetti darin haette kochen koennen. An einer Stelle liess es sich jedoch aushalten und wir relaxten ein Wenig. Die Gegend war auf jeden Fall wunderschoen, vorallem die Bucht bei der Cathedral Cove, einem gigantischen vom Meerwasser ausghoehlten Tunnel in einer Klippe in Form einer Kathedrale.

Chillen am Hot Water Beach
Das ist die traumhafte Bucht bei der Cathedral Cove

Die folgende Nacht verbrachten wir erschopeft von einem reichhaltigen Tag in einem Hostel. Den Tag darauf fuhren wir eine Menge, mit kurzen Zwischenstops an schoenen Sandstraenden, bis wir schliesslich irgendwo im Nirgendwo neben einem Zigeuner uebernachteten.

Am naechsten Morgen wurden wir - Rrrrrruuuuummmmms, Daniel ist gerade, waehrend ich den Blogeintrag vorformuliere beim Rueckwaertsausparken gegen einen Pfosten gefahren. - um halb 6 von einem Bauer, der seine Kuehe sehr laut mit Lady Gaga beschallte, geweckt. (Un)glueckliche Kuehe. Wir konnten dann allerdings weiter in Ruhe ausschlafen, bevor es weiter ging.

Achja, unser Auto ist jetzt uebrigens hinten wenigstens gleichmaessig verbeult.

Wir sind jetzt gerade in Whakatane und fahren Richtung Gisborne.

Bis zum naechsten Mal.
Eure Chaostruppe Fabi, Flo und Daniel

Freitag, 22. Oktober 2010

Drei Bubis ohne Achse oder "You're not lucky, guys!"

Wir in Auckland:




Waehrend der letzte zwei Tage haben sich die Ereignisse (fast) ueberschlagen...

Also, es folgt unser Donnerstag , der 21.10. 2010:

7.45 Uhr
Aufbruchstimmung in Auckland - wir stehen kurz davor ein Auto zu kaufen.



9.00 Uhr
Nach einigen Formalien ist es soweit, das "Auto" ist Unser! Es war sehr billig und/aber es hat Charme und sollte seinen Zweck erfuellen.



Uhrzeit egal, 100 Kilomet spaeter.
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und ein Video besteht aus 1000 Bildern:


Ploetzlich hoert Daniel ein Klappern, faehrt links ran (zum Glueck LINKSverkehr). Wir steigen aus und bemerken Rauch am linken Hinterrad. Um zu sehen was kaputt ist, heben wir den Wagen an und... das Rad... faellt einfach ab. Wie wir spaeter erfahren haben - schwerer Schaden an der Achse. "Shit happens" (Um ehrlich zu sein, waren wir ziemlich geschockt. Aber das "Shit happens" war dann das Motto des Abends.)


Fazit: Pech gehabt! Wie es weiter geht, ist noch in der Schwebe.
Wir haben nicht wirklich etwas falsch gemacht. Das Auto hatte einen brandneues WOF (wie TUEV), auf das Verlass sein muss. Auch der Mechaniker, bei dem unser Auto jetzt steht, meinte das. Leider ist ein Autokauf dieser Art in Neuseeland ein Risiko, das der Kaeufer tragen muss. Das wussten wir und wir haben auch nur soviel Geld ausgegeben, wie wir bereit waren zu verlieren. Der Trip war bis jetzt kurz. Aber vllt koennen wir dem WOF-Aussteller noch den Arsch aufreissen, auch wenn die Chancen gegen Null gehen.

Wir sind zurzeit in Thames, einem kleinen idyllischen Staedtchen direkt am Meer. Es erinnert ein bisschen an Wildwest-Szenen aus dem Fernsehen. Leider haben wir noch keine aussagekraeftigen Bilder. Mental sind wir etwas angeschlagen, aber die Laune steigt wieder. Falls es einen perfekten Platz fuer eine Schocktherapie gibt, dann ist das im Uebrigen Thames.



So long
Fabi, Flo und Gach

Dienstag, 19. Oktober 2010

finally New Zealand

Souu, da sind wir also... Alle drei zusammen. Der Flug von Fabi und Flo war lang, der von Daniel noch laenger. Florian hatte besonderes Glueck als sein Computerbildschirm nach 3 von ca. 16 Stunden Flug ploetzlich "frozen" war. Das Entertainmentsystem hiess passenderweise ice.
Jetzt sind wir vor allem einmal muede und koennen zu NZ noch nicht wirklich was erzaehlen. Wie es jetzt weitergeht ist noch nicht ganz klar. Es gibt noch einige Fragen die wir uns stellen...
Zu Dubai gibt es noch ein paar Dinge hinzuzufuegen so kostet ein Liter Diesel unschlagbare 50 Eurocent, Autobahnen haben hier ungelogen 22 Spuren, 17 Snickers kann man mit den richtigen Tricks fuer ungefaehr 20 Cent bekommen und dort spircht wirklich jeder Englisch... ausser der Zimmerservice... es sei denn erkonnte einfach Fabi's Schrift nicht lesen als er die Seife wiederholt trotz "Do not remove soap" Zettel wiederholt weggenommen hat.